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Auf Antrag des Kreisvorsitzenden, Michael Moroff und des Stifters und Vorstands der "Helga und Dieter Steinle-Stiftung für die Alzheimerforschung", Dieter Steinle, hat die CDU des Kreises Böblingen auf ihrem Parteitag am 23.02.2019 einstimmig eine Aufstockung der Bundesmittel zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit für das Haushaltsjahr 2020 von derzeit ca. 130 Millionen auf 200 Millionen € gefordert. Hierduch sollen sowohl die Grundlagenforschung, die Prävention und neue Behandlungsmöglichkeiten besser finanziert werden. Dadurch soll nicht nur den betroffenen Patienten geholfen werden, sondern es werden auch die pflegenden Angehörigen entlastet. Mittelfristig können sich zudem positive Effekte bei den Kranken- und Pflegekassen einstellen.

Zur Begründung des Antrags wird dabei auf neueste Umfragen verwiesen, dass sich 40 % der Menschen in Deutschland von Pflegebedürftigkeit im Alter und Demenz bedroht fühlen. Jeder Dritte fühlt sich von Krebs bedroht. Es ist daher folgerichtig, dass sowohl bei der Krebsforschung als auch in der Demenzforschung die laufenden Anstrengungen für die Ursachenanalysen als auch für neue therapeutische Verfahren erhöht und vor allem nachhaltig finanziert werden müssen.

Es wird ferner auf die aktuellen Zahlen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. bezüglich der Menschen mit Demenz in Deutschland verwiesen: Demnach leben derzeit in Deutschland über 1,7 Millionen Menschen mit Demenz, zwei Drittel davon entfallen auf die Form der Alzheimer-Demenz, somit rund 1,1 Millionen. Die jährliche Zahl der Neuerkrankungen wird auf 300.000 geschätzt, somit wieder 200.000 mit Alzheimer. Dieses Wachstum scheint ungebrochen. Dies bedeutet, dass sich die Zahl der Demenzerkrankungen - wenn kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt - bis zum Jahr 2030 auf dann 3 Millionen erhöhen wird, davon dann 2 Millionen Alzheimerpatienten. Wenn man berücksichtigt, dass pro Demenz-Patient durchschnittlich 2 Personen für die Betreuung und Pflege der Patienten benötigt werden, die meisten davon als pflegende Angehörige, würden 2030 insgesamt 9 Millionen Menschen direkt oder indirekt von Demenz betroffen sein, somit über 10% der Gesamtbevölkerung. Alle Anstrengungen für eine menschenwürdige und noch bezahlbare Pflege würden dadurch in Frage gestellt.

Hinzu kommt, dass bereits namhafte Pharmafirmen, wie z.B. Novartis in der Schweiz oder die Merckgruppe aus Gründen des wirtschaftlichen Risikos aus dieser Forschung ausgestiegen sind. Somit hängen die Fortschritte in der Erforschung von Ursachen und möglichen Therapien derzeit ausschließlich von den entsprechenden staatlichen Stellen ab, hier insbesondere der 10 Deutschen Zentren für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universitätskliniken für Neurologie. Die bisherigen Mittel hierfür belaufen sich im aktuellen Bundeshaushalt aber nur auf rund 130 Millionen € p.a..

Aufgrund eines ähnlich hohen Erkrankungsrisikos mit Alzheimer in den USA hat der amerikanische Kongress am 3. Oktober 2018 die Forschungsmittel von 1,8 auf 2,3 Milliarden US $ p.a. hochgefahren. Umgerechnet nach Bevölkerungszahl und Währungsrelation würde dies bedeuten, dass der Forschungsetat für Alzheimer in Deutschland auf 400 Millionen € p.a. hochgefahren werden müsste.

Die "Helga und Dieter Steinle - Stiftung für die Alzheimerforschung" Gäufelden als Treuhandstiftung unter der Alzheimer Forschungsinitiative (AFI) Düsseldorf gGmbH fordert daher alle demokratischen Kräfte auf, dem Beispiel der CDU des Kreises Böblingen zu folgen und sich für eine entsprechende Verbesserung der Forschungsmöglichkeiten für das Patientenwohl und für das Wohl der pflegenden Angehörigen einzusetzen.

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